Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Familien, Chilln und die Jugend von heute

Heute morgen laß ich einen Artikel aus dem Spiegel über die Schrecklichkeit des Verküzten Bildungssystems (G8) in Deutschland. Aus lernpsychologischer und kognitionstheoretischer Perspektive mag es durchaus richtig sein, dass das Gehirn nur bestimmt viele Informationen in einer gewissen Zeit aufnehmen kann. Aber das ist gar nicht die Frage. Vielmehr stelle ich mir hier die Frage, warum immer und immer wieder Berichte wie diese ansprechen, dass (1) Kinder anscheinend alle überfordert sind und (2) viele Kinder in Computersucht, Internetsucht, etc. abdriften.

Ich weiß, dass sich viele Autoren schon damit beschäftigt haben, möchte aber dennoch zwei mir sehr wichtige Gedanken dazu mitteilen, die auch Auswirkungen auf unsere Gemeinden haben sollten.

Natürlich ist es die Sünde, die diese Dinge in unsere Welt bringt – und ohne Verkündigung des Evangeliums werden die Probleme niemals überkommen werden -, aber nichtsdestotrotz gibt es ganz praktische Hinweise auf Fehlgedanken, die weiterhelfen können.

Wir werden sehen, dass es auch hier wieder um Prioritäten geht. Und, ja dazu habe ich schon ein wenig in den letzten Wochen geschrieben, wenn unsere erste Priorität Gott selbst und sein Reich ist, dann fallen andere Prioritäten in die richtige Ordnung.

Nun zu den Hinweisen:

Die Kinder sind nicht überfordert, sie lernen nur nicht, mit Anforderungen umzugehen

Ich bin mir bewusst, dass es durchaus wirkliche Überforderung gibt, aber ich denke, der Großteil der SchülerInnen von heute ist gar nicht per se überfordert, sondern hat ein Fehlverständnis von Schule bzw. Lernen sowie Arbeiten bzw. Anstrengung.

Nicht umsonst habe ich den Begriff „chillen“ mit in die Überschrift genommen. Es fällt mir leider immer und immer wieder auf, dass die derzeitige Generation der Kinder darauf hinarbeitet, den Tag über zu chillen. Es scheint keine Motivation mehr zu geben, wirklich etwas zu erreichen. Alle Ziele sind kurzfristig oder zu langfristig (ich werd Millionär, Firmenboss, etc.).

Der Grundstein dieses Problemes liegt m.E. darin, dass Kinder nicht mehr lernen, dass wahre Freude Arbeit erfordert. Es scheint so, als wenn Vergnügung in kurzweiligen Dingen alles ist, was diese Welt zu bieten hat. Würden die Eltern schon viel früher anfangen, Kindern beizubringen, was es heißt länger für etwas zu arbeiten, dann gäbe es dieses Problem nur noch vermindert.

Das mag ein wenig nach der konserativen Hau-drauf-Methode  klingen, aber ich denke, dass die Lösung nicht in einer Veränderung der Lernumgebungen und -strukturen liegt, sondern in einem Erziehen der Kinder zu für die schon immer etablierten Lernethoden offenen Aufnehmern. Ich denke das, u.a. auch weil meiner Erfahrung es mir zeigt. Viele Jugendliche meiner Generation fallen schon in das Schema, welches ich oben beschrieben habe, und dennoch ist es möglich – und wir auch immer möglich sein – Kinder/Jugendliche zu finden, die den Anforderungen gewachsen sind. Damit meine ich nicht vereinzelt, sondern eine große Zahl. Das liegt daran, dass nicht die Anforderung zu hoch ist, sondern die meisten Kindern nicht mehr lernen mit Anforderungen umzugehen.

Ein großer Teil des „mit Anforderungen Umgehen“ liegt darin, mittelfristig abschätzen zu können, was wichtig ist. So scheint die Hausaufgabe zum nächsten Tag zwar eventuell wichtiger, mittelfristig wäre es aber von wesentlich größerer Bedeutung, für die Arbeit in der nächsten Woche zu lernen. (Ich rufe nicht dazu auf, keine Hausaufgaben zu machen, sondern dazu, sich sinnvolle Gedanken über die Aufgaben zu machen, die man erfüllen soll.)

In Glaubensdingen ist die Mentalität des Chillens schon längst in allen Altersklassen angekommen. Schon seit Jahrhunderten gibt es immer wieder Gläubige, die meinen, Christsein sei leicht und wenig Arbeit. Das ist aber keineswegs die Aussage der Schrift. Und auch die Erfahrung zeigt, dass diejenigen, die für ihre Freude an Christus arbeiten, auch Freude haben.

Ein erster Lösungsansatz ist also damit verbunden, dass wir wieder lernen und lehren, zu arbeiten. Arbeit bringt Freude. Auch wenn nach dem Sündenfall die Arbeit nun damit bestraft ist, dass wir sie tun müssen, um unser täglich Brot zu erarbeiten, bleibt dennoch der freudebringende Anteil der Arbeit erhalten, den es schon vor dem Sündenfall gab.

Wer Bildung fördern will, muss zuerst Familien fördern

Auch wenn es zunächst nach einem Eigentor für einen werdenden Lehrer klingt: Wo kein soziales System existiert, welches Familien wertschätz und dies auch durch (finanzielle und soziale) Hilfe ausrückt, kann kein wahres Lernen stattfinden. Denn Dinge wie Ausdauer müssen sowohl von Eltern als auch Lehrern vermittelt werden und das Zuhause spielt dabei die größere Rolle.

Wenn wir lernfähige Kindern haben wollen, dann sollten wir sie zu lernfähigen Kindern erziehen. Und das geschieht in den Familen, sonst nirgendwo!

Auch in der Gemeinde: Wenn wir davon ausgehen, dass die Predigt (bzw. die Sontagsschule) schon alles machen wird (und in der Gemeinde finden wir „Kinder“ jeden Alters), dann gehen wir falsch! Wir brauchen Familien, in denen wirklich gelernt wird. Es gibt ja verschiedene Theorien des Lernen, eine besteht darin, dass wir lernen, indem wir anderen zuschauen und indem andere uns zeigen, was wir wie zu tun haben. Daran wir gewisslich ein Funken Wahrheit sein.

Als Gemeinde sollten wir daher zuerst Familien fördern, Eltern unterstützen; aber dann auch Kleingruppen einrichten, die für „ältere Kinder“ als Familien dienen sollen und können.

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Auch hier gibt es durchaus wieder wesentlich mehr zu sagen – aber mir kommt immer zugute, dass dies ein Blog und kein Buch ist. eventuell sollte ich den Blog demnächst in „Fragmente“ umbenennen 😉

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 26. November 2011 von in Glaubensleben und Kommentare und getaggt mit , , , , .

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