Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Predigt von der Kanzel oder Predigt durch Gemeinschaft

In meinem Artikel über Lehre und Gemeinschaft habe ich bereits ein wenig beleuchtet, warum Priorisierung von Lehre und Priorisierung von Gemeinschaft sich nicht ausschließen müssen und sich nicht ausschließen dürfen.

Nachdem ich gestern auf ein Zitat von Luther gestoßen bin, wurde es mir wichtig, doch noch etwas mehr zu diesem Thema zu schreiben. Insbesondere die Frage des Verhältnisses von Predigt und Gemeinschaft beschäftigt mich.

In allen Werken zum Thema Predigt habe ich eine Unterbetonung des Themas Gemeinschaft gefunden. Das mag daran liegen, dass sich diese Werke zuerst auf den Verkündigungsdienst des Pastors beziehen. In Werken zum Thema Gemeinschaft habe ich leider wenig zum Thema Predigt gefunden, es gibt einige Bücher, die auch „wahre Lehre“ als Basis für wahre Gemeinschaft proklamieren, aber – in der Natur der Sache – zentrieren sich diese Bücher eher auf den „nicht predigenden Leser“ und sprechen somit das Thema Predigt kaum an.

Falls jemand hierzu eine Buchempfehlung (oder Artikelempfehlung; deutsch oder englisch) hat, würde ich mich sehr freuen.

Nun aber zu dem Zitat von Luther:

Wenn du nun dieses Wort hörst oder siehst predigen, glauben, bekennen und danach tun, habe keinen Zweifel, dass dort ganz gewiss eine rechte ecclesia sancta catholica, ein christliches, heiliges Volk, sein muss … Und wenn sonst kein Zeichen wäre, außer diesem allein, so wäre es doch Beweis genug, dass daselbst ein christliches, heiliges Volk wäre. Denn Gottes Wort kann ohne Gottes Volk nicht sein, und umgekehrt kann Gottes Volk nicht ohne Gottes Wort sein.

Gottes Wort nicht ohne Gottes Volk und Gottes Volk nicht ohne Gottes Wort. Luther sagt – das ist sein erstes Kennzeichen der wahren Kirche -, dass die Predigt ohne Volk nicht funktioniere würde, ebenso wenig würde das Volk Gottes ohne Predigt bestehen können.

Was nun aber ist ein „Volk“? Ist es nicht eine Gruppe von Menschen, die wahrhaft zusammengehören? Wenn nun die ohne dieses Volk, welches von Christus erkauft wurde und durch den Heiligen Geist befähigt wird, wahre Gemeinschaft zu leben und das Wort Gottes zu verstehen, keine Predigt funktionieren würde, dann heißt das nichts anderes als, dass ohne das Wirken Gottes keine Predigt Auswirkungen haben wird. Aber darüber hinaus heißt es auch, dass ohne ein Volk keine Predigt bestand haben wird. Lebte jeder alleine, für sich, so würde die Predigt schnell wieder vergehen. Fällt aber das Wort Gottes in eine Gemeinschaft, so wird es Frucht bringen.

Das liegt daran, das Gemeinschaft zu Ermahnung und Ermutigung führt (bzw. führen sollte – wie oft ist gerade Ersteres in den heutigen Gemeinden verloren gegangen). Das Wort Gottes tut aber nichts anderes: Es ermahnt uns, unser Leben ganz auf Gott auszurichten und ermutigt uns, dies in der Kraft Christi tun zu dürfen.

Andererseits ist – wie auch schon im letzten Artikel beschrieben – Gemeinschaft ohne klare Lehre höchstwahrscheinlich irreführend. Gemeinschaft ohne Predigt ist keine Gemeinschaft. Luther formuliert dies im Folgende so: „Und was könnte oder wollte Gottes Volk glauben, wo Gottes Wort nicht da wäre?“ Was wäre der Halt des Volkes, wenn nicht die Predigt des Wortes Gottes im Zentrum stünde?

Wie nun kann das praktisch aussehen?

Wir sollten in einer Wertschätzung der Predigt von der Kanzel wachsen, da wir das Wort Gottes wertschätzen sollten, da wir Gott selbst wertschätzen sollten!

Zugleich sollten wir in einem Wertschätzen der Gemeinschaft wachsen, da die Botschaft der Predigt sich in unserem Leben erst durch wahre Gemeinschaft festigt.

_

Nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe, denke ich, dass es noch wesentlich mehr zu diesem Thema zu sagen gibt. Eventuell kommen mir dazu noch ein paar Gedanken in näherer Zukunft.
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Link zu Luthers Werk: http://books.google.com/books?id=MQeaoLYkjWAC&lpg=PP1&pg=PA34#v=onepage&q&f=false

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 25. November 2011 von in Glaubensleben und Kommentare und getaggt mit , , , , , .

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