Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Leiden wir wirklich mit? – Oder: Das Verlorene Gut: Leiden

In den letzten Wochen und Tagen bin ich immer wieder auf das Thema Leiden gestoßen. Sei es im Kleinen oder im Großen – es ging immer wieder darum, etwas erleiden zu müssen, was uns zu schaffen macht.

Es waren ganz „banale“ Dinge auf der Einen Seite, sehr schwerwiegende Dinge auf der anderen Seite: Von einem Leiden unter ein paar blöden Sprüchen über das Leiden unter fehlender Integration in gewissen Kreisen bis hin zum Leiden unter dem Tod eines Bekannten.

Und obwohl diese Spannweite so groß ist, stellt sich für mich diese eine – zweiteilige – Frage: (1) Leiden wir wirklich mit und (2) wie gehen wir mit Leid um, wenn es uns gut geht?

Es ist eine Frage, da es nicht trennbar ist, von dem Umgang mit Leid einerseits und dem Mitleiden andererseits zu sprechen. Entweder wir Leiden selber, oder wir tun diese beiden Dinge: Mitleiden und zugleich nicht selber Leiden.

Oder anders gesagt: Wer in Zeiten, in denen es ihm selbst gut geht, nicht mit anderen leidet, der verfehlt das Ziel. Wer in Zeiten der Ruhe nicht über Leid nachdenkt, der macht etwas falsch.

Und dennoch denke ich, dass neben der großen Verantwortung, die wir haben – und dem großen Gebot, welches uns gegeben ist -, nämlich andere zu lieben, was auch heißt, mit ihnen zu leiden, wenn sie leiden, noch etwas anderes nicht vergessen werden sollte: Leid anderer Menschen ist immer Vorbereitung auf uns bevorstehendes Leid.

Die Frage, wie wir mit Leid umgehen – dem Leid anderer, aber auch dem Leid, welches uns zustoßen könnte – ist kaum davon trennbar, wie wir mit Leid umgehen werden, wenn wir selber leiden.

Bereiten wir uns auf das Leiden vor?

Wir sollten diese Frage mit „Ja“ beantworten, wir sollten uns darum bemühen, allezeit damit zu rechnen, etwas zu verlieren, was uns wichtig ist, etwas nicht zu bekommen, womit wir eigentlich gerechnet hatten.

Wir sollten in Zeiten des Gutgehens niemals vergessen, dass wir Christus allein brauchen – und Ihn allein verherrlichen sollten, indem Er unser Leben und Sterben unser Gewinn ist (weil wir dann mehr von Ihm bekommen).

Christus ist unser Leben, sowohl im Überfluss als auch im Mangel und Leid! Wenn wir darin wachsen, dann werden uns keine Leiden erschüttern können. Die Frage ist, ob wir uns auf Leiden vorbereiten, indem wir schon jetzt darum kämpfen, in jeder Lage nur Christus über alles zu stellen.

Wir können in den kleinen Dingen üben: Ein Böses Wort gegen uns kann uns dazu führen, dass wir auf „unser Recht“ bestehen, gut behandelt zu werden – es kann aber auch dazu führen, dass wir uns über die Gnade Christi bewusst werden, der uns trotz all unserer Beleidigungen gegen Ihn selbst annimmt. Eine Erkältung kann dazu führen, dass wir uns darüber aufregen, gewisse Dinge nicht erledigen zu können – sie kann aber auch dazu führen, dass wir erkennen (und anderen Zeugnis davon geben), dass Christus wichtiger als die Gesundheit und die zu erledigenden Dinge ist. Eine Ausgrenzung aus einer Gemeinschaft kann dazu führen, dass wir uns selbst bemitleiden und meinen, wir wären nichts wert – sie kann aber auch dazu führen, dass wir erkennen, dass Gemeinschaft mit Christus wichtiger ist, als alle andere Gemeinschaft. Ein Tod eines Bekannten oder Angehörigen kann dazu führen, dass wir verzweifelt sind – er kann aber auch dazu führen, dass wir (zwar trauernd über den Verlust – und so dürfen und sollen wir in allen Leiden menschlich bleiben und müssen nicht kühl und gefühlslos werden, sondern sollten „in allen Traurigkeiten fröhlich bleiben“ (2. Kor 6,10)) erkennen und erleben, wie Christus eine Hoffnung im Tod ist und wie Christus stärker als der Tod ist und wie Christus wichtiger als die verstorbene Person ist.

Bereiten wir uns schon jetzt auf Zeiten des Leidens vor – indem wir schon jetzt Christus zu unserem ein und alles machen?
Beten wir schon jetzt mit dem Psalmisten „Herr, wenn ich nur dich habe, bedeuten Himmel und Erde mir nichts.“ (PS 73:25)?!

Leiden wir wirklich mit?

Wenn ich die Frage stelle, ob wir uns auf Leiden vorbereiten, dann ist dies – wie oben bereits erwähnt – auch stark damit verknüpft, ob wir mit Leidenden wirklich mitleiden.

Wir sollten darin wachsen, einander zu lieben. Sollten einander in der Gesinnung lieben, welche Christus gehabt hat. Welche Gesinnung war dies?

Christus ging soweit sich für uns aufzuopfern (obwohl wir selbstverschuldet gelitten haben)! Aber mit welchem Ziel tat er das?

Wir lesen in Phil 2,5-12 die bekannten Verse, aber vergessen sooft, dass dieser Abschnitt mit „zur Ehre Gottes des Vater“ endet!

Ist unsere Gesinnung in Allem „zur Ehre Gottes des Vaters“?

Wenn wir mitleiden, so sollten wir einerseits echt sein und uns in die Lage des Anderen hineinversetzen. Wir sollten – wie schon geschrieben – nicht unsere Menschlichkeit (d.h. unser Sein in Denken und Gefühlen) aufgeben. Andererseits sollten wir in allem die Gesinnung haben, Gott zu verherrlichen!

So werden wir verstehen, wenn jemand unter seinem Leid zusammenbricht – und zugleich darum ringen, ihn auf Christus hinzuweisen! So werden wir die Schwierigkeit der Situation nicht leugnen, uns zugleich nicht vergessen, dass Gott uns nicht Einfachheit verheißen hat – aber etwas viel Besseres: Sich selbst!

Lasst uns wahrhaft mitleiden, indem wir (1) menschlich sind und (2) immer und immer wieder darauf hinweisen, dass sich alles um Christus dreht; nicht um uns!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 5. November 2011 von in Glaubensleben und Kommentare und getaggt mit , , , , , , , , , .

Archive

Zitate bei Twitter

%d Bloggern gefällt das: