Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Sünde – Ein Handout

Im Folgenden möchte ich ein kleines Stichwortverzeichnis zur Sünde geben.

Wenn einzelne Fragen auftauchen – warum gewisse Punkte genannt sind, dann will ich diese auch in weiteren Artikeln behandeln.

A. Definition von Sünde

Sünde ist jede Tat, Haltung oder Wesensnatur, die dem Moralgesetz Gottes nicht entspricht.

Sogar während er schläft, ist ein Ungläubiger, obwohl er keine sündigen Taten begeht oder aktiv sündhafte Haltungen hegt, immer noch ein „Sünder“ in den Augen Gottes; er oder sie hat immer noch eine sündige Natur, die dem Moralgesetz Gottes nicht entspricht.

Man hat auch andere Definitionen der Wesensnatur der Sünde vorgeschlagen. Die gängige Definition ist wahrscheinlich die Aussage, dass das Wesen der Sünde die Selbstsucht sei.

Siehe beispielsweise A. H. Strong, Systematic Theology, S. 567-573. Strong definiert Selbstsucht jedoch in einer ganz besonderen Weise, die sich vom gewöhnlichen Sinn des Begriffs unterscheidet, wenn er in der einfachen Bedeutung von Eigeninteresse oder Eigeninteresse auf Kosten anderer Personen verwendet wird. Strong betrachtet Selbstsucht als „jene Wahl des Ichs als das höchste Ziel, welches den genauen Gegensatz zur größten Liebe zu Gott darstellt“ (S. 567) und als „eine grundlegende und positive Entscheidung, anstelle Gottes dem Ich den Vorzug als dem Gegenstand der Zuneigung und dem höchsten Zweck des Daseins einzuräumen“ (S. 572). Indem er so Selbstsucht in Beziehung zu Gott definiert, und speziell als das Gegenteil der Liebe zu Gott und als das Gegenteil der „Liebe zu dem, was in Gott am charakteristischsten und am fundamentalsten ist, nämlich seiner Heiligkeit“ (S. 567), hat Strong eigentlich die „Selbstsucht“ unserer Definition (der mangelnden Entsprechung dem Moralgesetz Gottes gegenüber) ungefähr ähnlich gestaltet, insbesondere im Bereich der Haltung oder Einstellung (die, wie er erklärt, ihren Ausdruck in Taten findet). Wenn Strong „Selbstsucht“ in dieser ungewöhnlichen Weise definiert, steht seine Definition eigentlich nicht im Widerspruch zur Heiligen Schrift, denn er sagt lediglich, dass Sünde das Gegenteil des großen Gebots sei, Gott mit unserem ganzen Herzen zu lieben. Das Problem bei dieser Definition ist jedoch, dass er das Wort Selbstsucht in einer Weise gebraucht, wie es gewöhnlich im Englischen nicht verstanden wird, und daher lässt seine Definition der Sünde häufige Missverständnisse zu. Unsere Diskussion in diesem Abschnitt möchte keine Einwände gegen Sünde als Selbstsucht in dem ungewöhnlichen Sinne vorbringen, den Strong ihr gibt, sondern vielmehr in der Weise, wie der Begriff Selbstsucht üblicherweise verstanden wird.

B. Ursprung der Sünde

Erstens müssen wir deutlich bekräftigen, dass Gott selbst nicht sündigte und Gott für die Sünde nicht verantwortlich zu machen ist.

[Zweitens:] Es wäre falsch, wenn wir sagten, dass es eine ewig bestehende böse Macht im Universum gäbe, die Gott selbst in ihrer Macht ähnlich oder gleichrangig wäre. […] Wir dürfen auch niemals denken, dass die Sünde Gott überrascht oder seine Allmacht oder die Kontrolle seiner Vorsehung über das Universum herausgefordert oder besiegt hätte.

Daher müssen wir, obgleich wir niemals sagen dürfen, dass Gott selbst gesündigt hätte oder dass er für die Sünde verantwortlich sei, dennoch auch bekräftigen, dass der Gott, „der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens“ (Eph 1,11), der Gott, der „mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, [verfährt] wie er will, und es gibt niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du?“ (Dan 4,35) vorherbestimmte, dass die Sünde in die Welt kommen würde, obgleich er keine Freude an ihr hat und obgleich er vorherbestimmte, dass dies durch die freiwilligen Entscheidungen sittlich verantwortlicher Geschöpfe geschehen würde.

C. Lehre von der Erbsünde

1. Erbschuld: Wir werden um der Sünde Adams willen als schuldig betrachtet.

Die Tatsache, dass sie [alle Menschen] starben ist ein sehr guter Beweis dafür, dass Gott Menschen aufgrund der Sünde Adams für schuldig erachtete.

2. Erbverdebnis: Wir haben aufgrund der Sünde Adams eine sündige Natur (oder: sündige Veranlagung)

a. In unseren Naturen mangelt es uns völlig an geistlich Gutem vor Gott

b. In unseren Handlungen sind wir völlig unfähig, geistlich Gutes vor Gott zu tun

D. Tatsünden in unserem Leben

1. Alle Menschen sind vor Gott sündig

„Denn wir alle verfehlen uns vielfach“ (Jak 3,2)

2. Nur weil wir gewisse gute Dinge nicht tun können sind wir nicht auch der Verantwortung, diese Dinge zu tun, enthoben.

3. Kinder sind schuldig, bevor sie persönliche Sünden begehen.

4. Gibt es unterschiedliche Schweregrade der Sünde?

a. Schuldig vor dem Gesetz: Alle Sünden sind in Bezug auf die mit ihnen verbundene Schuld gleich schlimm, weil sie uns vor Gott und seinem Gesetz schuldig machen und uns als Sünder erweisen.

b. Folgen im Leben und in der Beziehung zu Gott: in den Auswirkungen auf unser Leben sind gewiss einige Sünden schlimmer als andere.

c. Totsünden gibt es im katholischen Sinne nicht. Calvin wird hierzu erwähnt: „Calvin, for example, argued that all sin is mortal in the sense that it rightly deserves death, but that no sin is mortal in the sense that it destroys justifying grace.“

5. Was geschieht, wenn ein Christ sündigt?

a. Unsere Rechtsposition vor Gott bleibt unverändert!

Die Errettung gründet sich nicht auf unsere Verdienste, sondern ist eine freie Gabe Gottes

b. Unsere Gemeinschaft mit Gott wird unterbrochen, unser Christenleben wird geschädigt.

Wenn wir sündigen, ist Gott, selbst wenn er nicht aufhört, uns zu lieben, mit uns unzufrieden.

Wenn wir als Christen sündigen, ist es nicht nur unsere persönliche Beziehung mit Gott, die unterbrochen wird. Unser Christenleben und unsere Fruchtbarkeit im Dienst werden dadurch ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

c. Es mag „Christen“ geben, die keine Christen sind – diese „Christen“ haben insofern auch keine Rechtfertigung und Adoption, die sie verlieren könnten.

6. Die Sünde, die nicht vergeben werden kann

„Diese Sünde besteht in der bewussten, boshaften und absichtlichen Verwerfung und Verleumdung, gegen Beweise und Überführung, des Zeugnisses des Heiligen Geistes bezüglich der Gnade Gottes in Christus, wodurch diese aus Hass und Feindschaft dem Fürsten der Finsternis zugeschrieben wird … indem er jene Sünde begeht, schreibt der Mensch willentlich, boshaft und absichtlich das, was eindeutig als das Werk Gottes erkannt worden ist, dem Einfluss und der Wirksamkeit Satans zu.“ (Berkhof, Systematic Theology, S. 253.)

Die Tatsache, dass die Sünde, die nicht vergeben werden kann, eine derart extreme Herzenshärtigkeit und einen Mangel an Buße voraussetzt, zeigt, dass solche, die befürchten, dass sie diese begangen haben, aber immer noch Reue über die Sünde in ihrem Herzen empfinden und das Verlangen hegen, Gott zu suchen, sicherlich nicht in die Kategorie derer hineinfallen, die sich ihrer schuldig gemacht haben.

E. Die Strafe der Sünde

Der Sünde Lohn ist der Tod

Die Gabe Gottes ist das Ewige Leben – es gibt Hoffnung: in Christus!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. März 2011 von in Systematische Theologie und getaggt mit , , , , , , , , .

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