Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Verhältnis des Christen zur Welt! Oder: Abraham Kuyper – Teil 4

Über das Verhältnis des Calvinisten zur Welt – ich denke, dass sollten wir alle (zumindest alle Evangelikalen, Reformierten) so sagen – schreibt Kuyper:

»Auf dem Sündigen in der Welt, und nicht auf dieser Welt selbst sollte fortan der Fluch ruhen, und gegenüber dem klösterlichen Weiden der Welt spricht man von jetzt an von der Pflicht, in der Welt Gott zu dienen, auch in seinem weltlichen, aber darum nicht minder göttlichem Beruf. In der Kirche Gott zu loben, aber auch in der Welt ihm zu dienen, wurde die alle beseelende Losung, und in der Kirche gewann man die Kraft, um, mitten in der Welt auftretend, dennoch ihrer Verführung und ihrem sündigen Drohen, zu widerstehen.« (S. 23)

Auf der einen Seite ist es wichtig, sich nicht in eine Utopie hinzugeben, man könne alles religiösisieren, wie Kuyper über den Romanismus (also die Ansicht der katholischen Kirche) schreibt:

»Das Resultat [des Romanismus, der alles außerhalb der Kirche als Dämonisch ansah und darum in „christlichem Lande“ alle Obrigkeit „gesalbt“ sehen wollte, Kunst und Wissenschaft unter kirchliche Zensur stellen wollte, etc.; (S. 22)] war und blieb denn auch, daß die Welt in der Kirche die Kirche verdarb, und daß die Kirche durch ihre Herrschaft über die Welt deren freier Lebensentwicklung im Wege stand.« (S. 23)

Weiter ist auch eine Über- oder Unterschätzung der Welt nicht sinnvoll:

»Im Allgemeinen kann man sagen, daß der Paganismus die Welt überschätzt und teils sie fürchtet, teils sich an sie verliert, und daß der Islamismus umgekehrt die Welt unterschätzt, mit ihr sein Spiel treibt und über sie dadurch triumphiert, daß er nach einer eingebildeten Welt eines sinnlichen Paradieses greift.« (S. 22)

Die Frage ist, wie viel wir davon anwenden, was Kuyper als Calvinistisch benennt!

Selbst in den kurzen Worten Kuypers steckt m.E. schon viel Anwendung: Dienen wir Gott in der Welt?

Wir haben – und das ist auch gut so – eine Liste von Prioritäten, die in etwa so aussieht (oder zumindest so aussehen sollte):

Zunächst das Christ-Sein (also das persönliche, eigene Glaubensleben), dann (so denn vorhanden) die Ehefrau und danach die Kinder, weiter die Gemeinde, und dann auch der Beruf oder die Freunde (die Reihenfolge letzterer beiden Punkte ist m.E. individuell), …

Diese Prioritäten sind sehr gut, und hilfreich, wenn es darum geht, wie und welche Aufgaben wir erledigen – dabei dürfen wir aber eines nicht vergessen: Wir sind nicht nur zuerst Christ, sondern wir sind in allem Christ.

Das mag uns in dem Bereich Familie eventuell leicht, in der Gemeinde noch wesentlich leichter fallen; aber wie sieht es auf der Arbeit, im Beruf aus, wie bei (manchen) Freunden?

Wir sollten uns von diesem Text herausfordern lassen und danach suchen, Gott in allem zu dienen (so wie eine Pizza evtl. verschiedene Beläge hat, aber immer auf den gleichen Teig aufbaut – ich bin mir der Unzuläglichkeit dieses Bildes durchaus bewusst, denke aber, dass es ein Stück weiterbringt)!

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Ein Kommentar zu “Verhältnis des Christen zur Welt! Oder: Abraham Kuyper – Teil 4

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 3. März 2011 von in Abraham Kuyper, Lernen von ... und getaggt mit , , , , , , , , , .

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