Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Verhältnis von Mensch zu Mensch. Oder: Abraham Kuyper – Teil 3

Die Abhandlung Kuypers über das Verhältnis von Mensch zu Mensch im Paganismus, Islamismus (also der moslimischen Religion), Romanismus und im Modernismus lasse ich hier weg. Kuyper schreibt über das Verhältnis von Mensch zu Mensch – das zweite Kriterium, anhand dessen eine Lebensauffassung überprüft werden kann – Folgendes:

Stellt der Calvinismus unser ganzes menschliches Leben unmittelbar vor Gott, dann folgt hieraus, daß alle, ob Mann oder Frau, ob arm oder reich, ob schwach oder stark, ob talentvoll oder tatenlos, als Gottes Geschöpfe und als verlorene Sünder, nichts, schlechterdings nichts einander gegenüber zu beanspruchen haben, daß wir vor Gott und so auch unter einander als Mensch und Volk gleich stehen, und daß kein anderer Unterschied zwischen Menschen bestehen darf, als insofern Gott dem einen Ansehn über den anderen verliehen hat oder auch dem einen mehr Gaben schenkte, damit er den andern, und in den andern seinem Gott, mehr diene. Aus diesem Grund verurteilt der Calvinismus nicht nur alle Sklaverei und Kasteneinteilung, sondern eben so entschieden alle verdeckte Sklaverei der Frau und der Armen, richtet sich gegen alle Hierarchie unter Menschen und duldet keine andere Aristokratie, als solche, die persönlich oder als Geschlecht ein Übergewicht in Charakter oder Talent durch Gottes Gnade beweisen kann, und zeigt damit, daß er dies Mehr nicht für sich und seine eigene Größe rauben, sondern es für Gott in seiner Welt verwenden will. Darum mußte der Calvinusmus konsequent in der demokratischen Auffassung des Lebens seinen Ausdruck finden, mußte die Freiheit der Völker proklamieren und konnte nicht ruhen, ehe von Obrigkeitswegen und im gesellschaftlichen Leben jeder, der Mensch war, nur weil er Mensch war, d.h. als Geschöpf, nach dem Bilde Gottes erschaffen, geehrt, gezählt und gerechnet wurde. (S. 19f.)

Später heißt es noch in Bezug auf den Modernismus der Französischen Revolution:

»Aber dadurch unterschied sie sich von den Gleichheitsutopien der französischen Revolution, daß es in Paris hieß alle zusammen gegen Gott, hier alle zusammen vor Gott niederkniend und entbrannt für seine Ehre.« (S. 21)

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Anmerkung: Mit Blick auf die Frage der Einordnung Kuypers in eine „rassitische Ecke“ scheint mir dieser Text (Zitat 1) zu widersprechen oder zumindest zu mildern.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. März 2011 von in Abraham Kuyper, Lernen von ... und getaggt mit , , , , , , , , .

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