Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Planung und Spontaneität – Oder: Vom Bibellesen und Beten

Segen liegt darauf, wenn wir uns in die Bibel hineinfressen, bis wir zuletzt an ihre Seele kommen. Dann sprichst du die Sprache der Bibel, dein Stil wird von ihr geprägt, und, was noch viel besser ist, dein Geist ist erfüllt von den Worten des Herrn. Dein Blut ist Biblin, die Essenz der Bibel selbst. (C. H. Spurgeon)

Mit diesem Zitat beginnt Piper seine Ausführung über „Wie wir die Bibel im Kampf um die Freude anwenden“. Wenn John Piper von „Kampf um die Freude“ spricht, dann würde Spurgeon das den „Guten Kampf des Glaubens“ nennen, Bonhoeffer würde es mit „Nachfolge“ benennen, und wir alle können es als unser Ausleben des Glaubens verstehen.

Wenn ich ein Leben des Glaubens lebe, dann geht es mir nur um Christus – aber wie schaffe ich das? Diese Frage stellt sich Piper und beantwortet sie (in Wenn die Freude nicht mehr da ist, Kapitel 8) unter anderem mit diesem Text (dies ist die Antwort in Bezug auf die Wichtigkeit der Bibellese für das Glaubensleben, Kapitel 9 handelt von dem zentralen Stellenwert des Gebets – der erste Teil kann aber als Einleitung in beide Themen gesehen werden):

Die scheinbare Unvereinbarkeit von Planung und Spontaneität

Zuerst möchte ich die Wichtigkeit des Planens betonen. Es geht mir nicht um irgendeine komplizierte, lebenslänglich gültige Vision. Es geht mir um einfache Dinge. Zum Beispiel: Wenn Sie dieses Kapitel fertig gelesen haben, nehmen Sie sich drei Minuten Zeit, um Gott um Hilfe zu bitten, und dann betrachten Sie Ihren Tagesablauf, legen einen Zeitpunkt fest, um in der Bibel zu lesen, und notieren diesen dann irgendwo, damit Sie nicht vergessen, es auch zu tun. Viel Gutes geschieht in unseren Leben nicht – aus dem einfachen Grund, dass wir es nicht planen.

Berater verdienen Tausende von Euros damit, dass sie Führungskräften das Offensichtliche erzählen, weil das Offensichtliche außer Acht gelassen wird. Genau so ist es mit uns. Wir versagen darin, das zu tun, was das Beste für uns ist, weil es uns an der ernsthaften Absicht mangelt, es zu tun. Eine andere Bezeichnung für ernsthafte Absicht ist Planung. Die meisten Christen vernachlässigen ihre Bibel nicht aufgrund bewusster Untreue gegenüber Jesus, sondern weil sie es versäumen, einen Zeitpunkt, einen Ort und eine Methode für das Bibellesen festzulegen.

Das Ergebnis ist nicht Spontaneität, sondern dass wir auf eingefahrenen Gleisen fahren. Wenn Sie sich danach sehnen, in ihrer Kommunikation mit Gott spontan zu sein, dann bauen Sie Disziplin in Ihr Bibellesen und Beten ein. Es klingt paradox. Aber es ist nicht weniger paradox als das Getreide, das spontan auf einem Acker wächst, aufgrund der Disziplin des Bauern, mit der er das Feld pflügt, den Samen sät und die Saat pflegt. Er bringt das Getreide nicht zum Wachsen. Das macht Gott. Aber Gott benutzt die landwirtschaftlichen Arbeitsschritte als Teil dieses Vorgangs. Die reiche Frucht der Spontaneität wächst im Garten, der sorgfältig gehegt wird durch die Disziplin eines Zeitplans.

Deshalb sage ich es nochmals: Planen Sie jeden Tag einen Ort und eine Zeit ein, wo und wann Sie in der Bibel lesen und darüber nachdenken. Es kann immer noch zusätzliche Zeiten am Tag geben. Das sollte es sogar. Aber legen Sie eine heilige Zeit und Stelle fest. Notieren Sie diese in Ihrem Kalender. Behandeln Sie sie gleich, wie eine Verabredung mit dem Ehepartner oder einem Freund. Wenn Sie jemand bittet, während dieser Zeit etwas Bestimmtes zu tun, sagen Sie: „Es tut mir leid, ich habe dann bereits einen Termin.“

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Ein Kommentar zu “Planung und Spontaneität – Oder: Vom Bibellesen und Beten

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