Soli Deo Gloria

Im Leben und Sterben: Einheit mit Christus!

Fundamentalismus

Ich bin Fundamentalist. Eine neue Erkenntnis, die mir beim Herumstöbern in dem ältesten Werk der Weltgeschichte kam. Doch was hat das zu bedeuten? Warum nenne ich mich „Fundamentalist“? Ist es, weil ich  „Die Anpassung an aktuelle Lebensumstände oder den ethischen Kompromiss […] als problematisch bis unmöglich“ betrachte? Oder weil ich das „Fehlen von Autorität gefährdet“ sehe? Oder gar, weil ich meine „religiös begründete[n] Überzeugungen auch politisch durchsetzen“ will? (Zitate: Wikipedia, Fundamentalismus) Nein! Vielmehr spreche ich mich für ein grundlegenderes Verständnis von Fundamentalismus aus. Die Ursprüngliche Bedeutung liegt nur im „entschlossenes Festhalten an den Grundlagen […] (des) Glaubens“ (per definitionem) und sollte eigentlich auch positiv verstanden werden! Was ist es denn wonach unsere Gesellschaft sucht? Gute Begründungen und unter anderem auch klare Richtlinien. Was ist denn eine bessere Begründung, als „Das ist eine Grundlage„, was eine bessere (und immer gültige) Richtlinie, als „Es steht geschrieben„?! Und damit sind wir auch an dem Punkt, warum ich mich selber als Fundamentalist bezeichnen würde: Ich stehe und baue auf dem Fundament des Glaubens, Dem Wort Gottes! Warum sollte ich Fundamentalismus im Sinne der eigentlichen Wortbedeutung verachten? Das ist es doch, was das Christentum auszeichnet: Das Wort Gottes! (Lk 21,33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. – Das sagt Jesus, und die Bibel ist das Wort Jesu, der Gott ist.)

Das englische Wiktionary ist noch interessanter: „The tendency to reduce a religion to its most fundamental tenets, based on strict interpretation of core texts.“ Die Religion auf die fundamentalsten Grundsätze zu reduzieren, ist für mich keine Reduktion, sondern eine Wahrheit:

Offenbarung 22, 18 Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; 19 und wenn jemand etwas von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.

Wo bleiben hier die liberalen Theologien, die Kompromisse eingehen wollen; wo die Begründung, von dem Fundament abzuweichen???

In einem Artikel, den ich derzeit für die Schule lese geht es um Religiösen Fundamentalismus im Islam – es werden allerdings auch (angebliche) Kriterien für allgemeinen religiösen Fundamentalismus hervorgebracht:

  • Ablehnung der Moderne
  • Fundamentalismus ist nicht das Wesen der Religion
  • Politik und Religion sollten nach fundamentalistischer Sicht zusammen gehören – am besten wäre ihrer Ansicht nach ein Gottesstaat
  • Totalitätsanspruch: Religiöse Fundamentalisten erheben den Anspruch, die umfassende, allein selig machende und nicht hinterfragbare religiöse oder politische Wahrheit zu besitzen. (angeblich meist demokratiebedrohend)
  • Quelle: 1.10.1 Hauptaspekte des religiösen Fundamentalismus im Islam aus Islam (Jörn Bohn)

Drei dieser Punkte sind meines Erachtens eine völlige Fehldefinition (bzw. ein völliges Fehlverständnis) von Fundamentalismus:

Warum sollte ein Christ die Moderne Ablehnen? Es sind die Gedanken und gotteskritischen Meinungen der Moderne, die für einen Christen nicht anzunehmen sind, aber nicht die Demokratie, oder die Trennung von Religion und Staat.

Im ersten Punkt ist eigentlich noch ein weiteres „Merkmal“ aufgeführt, nämlich die Ablehnung des „wissenschaftsbezogenen Denken(s)“. Der Kommentar dazu in Klammern ist folgender: „soweit es die eigene Religion kritisch in Frage stellt“. Dies ist ein wenig schwammig formuliert. Ich würde eher mit den Worten von Wayne Grudem sagen:

Wir können aber sowohl an das naturwissenschaftliche Studium als auch an das Bibelstudium mit der Zuversicht herangehen, dass, wenn alle Fakten richtig verstanden werden und wenn wir die Bibel korrekt verstanden haben, unsere Entdeckungen niemals im Konflikt miteinander stehen werden: Es wird keinen „letztendlichen Konflikt“ geben. Dies liegt daran, dass Gott, der in der Bibel redet, alle Fakten kennt und er nicht in einer Weise gesprochen hat, die irgendeiner echten Tatsache im Universum widersprechen würde.
Dies ist eine sehr hilfreiche Perspektive, mit welcher der Christ jedes Studium der Schöpfung und der modernen Naturwissenschaft beginnen sollte. Wir sollten uns nicht davor fürchten, die Fakten der geschaffenen Welt naturwissenschaftlich zu erforschen, sondern sollten dies eifrig und mit völliger Ehrlichkeit tun, in der Zuversicht, dass wenn die Fakten richtig verstanden werden, sie sich immer als im Einklang mit den irrtumslosen Worten Gottes in der Bibel erweisen wird. Ebenso sollten wir ans Bibelstudium eifrig und mit der Zuversicht herangehen, dass die Heilige Schrift, wenn sie richtig verstanden wird, niemals den Fakten in der natürlichen Welt widersprechen wird. (Systematic Theology, Kapitel 15: Creation)

Spurgeon sagt weiter:

Niemand ist bereitwilliger, die wirklichen Tatsachen der Wissenschafft anzunehmen, als wir es sind. Aber was verstehen Sie unter Wissenschaft? […] Ich vertraue der Wissenschaft, aber nicht der, welche fälschlich >>Wissenschaft<< genannt wird (1. Tim. 6,20)

Das Wesen der Religion ist der Fundamentalismus. Religion (oder eigentlich besser: Glaube) ist auf ein Fundament gegründet. Genügt das (angeblich) nicht, so wird es (für „es“ ist hier auch „Wort Gottes“ einsetzbar) verändert, oder ergänzt. C.H. Spurgeon sagt dazu: „Es ist besser vor dem Herrn zu schweigen, als davon zu träumen, das zu ergänzen, was er gesprochen hat.“ und „Das Wort Gottes ist durchaus für alle Zeiten genügend …“ (in Es steht geschrieben)

Die Bibel spricht nirgends davon, dass der Staat der religiöse Führer ist, oder die Religion vorgeben könnte – nein vielmehr ist es die Entscheidung eines jeden einzelnen Menschen, was er/sie glaubt!

Der Vierte Punkt ist teilweise richtig, teilweise zu widerlegen: Einerseits gibt es bei einer absoluten Wahrheit (von der Christen ausgehen) auch nur einen absoluten Weg, Jesus drückt beides zugleich in einem Vers aus: Joh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin  der Weg und die Wahrheit  und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Damit ist auch gesagt, dass niemand als nur Jesus selig machen kann. (Anmerkung: Wie sollte jemand die Vielzahl von Stellen, die für diese eine Wahrheit sprechen widerlegen wollen, und trotzdem „Christ“ genannt werden)
Andererseits ist nirgends in der Bibel von einem optimalen politischen System die Rede, vielmehr steht, dass wir uns aller (egal welcher Form, etc.) Staatsgewalt im Herrn (solange wir es mit dem Glauben und der Schrift vereinbaren können) unterordnen sollen. Somit bedrohen fundamentale Christen auch in keiner Weise die Demokratie.

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Die Begriffserklärung Fundamentalismus sollte hier mit diesem Satz abgeschlossen werden: Ich bin ein Fundamentalist im wort-ursprünglichen Sinne, aber nicht in dem allgemein verbreiteten Verständnis von Fundamentalist!

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Der einzige Teil aus der Wikipedia, der zutrifft ist dieser:

Die fünf wesentlichen Punkte ihrer Haltung wurden 1910 von der Generalkonferenz der presbyterianischen Kirche zusammengefasst:[2]

Mehr als eine Betonung auf den Ersten Punkt zu legen ist an dieser Stelle nicht mehr zu sagen.

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Was wir natürlich nicht denken dürfen jetzt ist, dass die Christen, die die Kreuzzüge vollübt haben, oder die Religionskriege befürworten wirklich Fundamentalisten (in meinem Sinne) wären. Sie waren keineswegs auf das Fundament des Glaubens gebaut – sie waren keineswegs schriftgelehrt und schriftgegründet.
In diesem Sinne muss man natürlich aufpassen, sich nicht als Fundamentalist zu bezeichnen, da dies zu falschen Assoziationen führen kann und auch leider wird.

Sprugeon sagt hierzu dies, was ich voll unterstützen muss:

„(Jesus) hatte eine große Auswahl an Waffen, mit denen er gegen Satan kämpfen konnte, aber er nahm keine andere Waffe als dieses Schwert des Geistes: >>Es steht geschrieben<<. […] und (er) lehrte seine Gemeinde so, dass sie niemals die Hilfe der Gewalt herbeirufen oder fleischliche [=menschliche] Waffen gebrauchen sol…l, sondern nur der Macht zu vertrauen hat, die in dem Wort Gottes liegt. Dies ist unsere Streitaxt und unsere Kriegswaffe. Die Schirmherrschaft oder die Macht der Staatsgewalt sind nciht für uns geeignet, ebensowenig dürfen wir Bestechungen oder Drohungen gebrauchen, um Menschen zu Christen zu machen. Ein geistliches Reich muss allein durch geistliche MAcht aufgerichtet und erhalten werden.“

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3 Kommentare zu “Fundamentalismus

  1. Mailin
    15. März 2010

    Ganz am Anfang habe ich mal gesagt: Selbst wenn die Wissenschaftler herausfinden sollten, dass absolut nichts an der Bibel stimmt, würde ich ihr glauben, weil ich nicht anders kann. Für mich ist das innere Gewissheit, da macht mir auch liberale Theologie nicht viel. Wenn man inneres Wissen hat, muss man nicht immer auf die sog. Wahrheit (zB Allgültigkeit der Bibel) pochen, weil man sie als seelische Grundlage in sich trägt; sozusagen wahrhaftig erfährt. Ohne Hlgen Geist ist auch die Bibel bedeutungslos. Wie Paulus sagt: Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig (2. Kor, 3.6).

    • jjh
      15. März 2010

      Ich antworte mit Zustimmung, und nutze dazu einfach ein Zitat von Spurgeon (gleiches Buch, ein paar Seiten später): Oh, lest das Wort und betet um die Salbung des Heiligen Geistes, damit ihr die Bedeutung des Wortes lernt, denn dann werdet ihr gegen den Feind mächtig sein.

      Für dich selber (für mich auch) „macht […] liberale Theologie (bestimmt) nicht viel“, allerdings sollten wir schon darauf achten, anderen zu vermitteln, das Die auf dem Falschen weg sind – auch wenn es nicht zur Rechthaberrei werden sollte (wo ich bei mir z.B. ein Problem sehe)

  2. Mailin
    15. März 2010

    Jep! – auf dem falschen Weg, oder anders ausgedrückt: Zeit- und Kraftverschwendung. Und in der Rechthaberei, genau darin sehe ich leider das Problem 😉 Schöne Zeit noch…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 15. März 2010 von in Bloggerszene, Glaubensleben und Kommentare, Zeitgeschehen und getaggt mit , , , .

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